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22.05.18 10:58 Alter: 207 Tage
Kategorie: Wasserball

„Wir sind pfiffiger, taktisch mutiger und motivierter“

Spandau 04 eröffnet diesmal Finalserie gegen Waspo 98


Waspo 98 startet am Mittwochabend in Berlin in die Finalserie. Foto: Jens Witte

Das Saisonfinale zur Kür des 97. deutschen Wasserball-Meisters seit 1912 ruft, und anders als in der Fußball-Bundesliga erscheint der Ausgang hier mehr als ungewiss: Am morgigen Mittwochabend empfängt der amtierende deutsche Meister und 36-malige Rekordgewinner Wasserfreunde Spandau 04 den frischgebackenen Pokalgewinner Waspo 98 Hannover zum ersten Finalduell in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) und eröffnet damit eine „best of five“-Serie zwischen den beiden derzeitigen Giganten des nationalen Vereinswasserballs. Das Anschwimmen steigt in der Schöneberger Schwimmsporthalle um 19:30 Uhr.

Die Gäste haben bei der Fortsetzung des „Gigantenduells“ wesentliche Grundgedanken bereits zu Papier gebracht: „Selten ist die Konstellation so ausgeglichen gewesen: zwei Teams mit nationalen und internationalen Spitzenspielern, zwei Teams, die national kein anderes Team schlagen kann, zwei Teams mit starken Auftritten in der Saison“, hieß es auf Facebook. Beide Klubs haben in der laufenden Saison in der Tat bereits einiges erreicht: Waspo 98 wurde im Direktduell mit Spandau nationaler Supercup-Gewinner wie auch Pokalsieger. Die Berliner glänzten ihrerseits international und haben in der Champions League erstmals seit 2003 wieder das Finalturnier mit den besten Vereinsmannschaften Europas erreicht.

Wie geht es nun in dem kommenden drei bis fünf Partien weiter? Die Prognosen fallen schwer, was der Spannung im Vorfeld der Finalserie zugutekommen dürfte. Die vier bisherigen Saisonduelle in drei Wettbewerben brachten 3:1 Siege für die Niedersachsen, zeigten allerdings ähnlich wie im Vorjahr, wie schwer es sein kann, den eigenen Plan ins Wasser (und vor allem auch auf die Anzeigetafel) zu bringen. Gleich in allen vier Begegnungen musste der spätere Verlierer von Beginn an einem frustrierenden Rückstand hinterherschwimmen und konnte den Spielverlauf nicht mehr zu wenden. 

Ein nicht alltägliches Faktum des kommenden Endspielduells: Erstmals seit 1992 ist Spandau nicht als Tabellenerster in die Play-offs gegangen. Beide Teams konnten jeweils ein Rundenspiel zu ihren Gunsten entscheiden, so dass als Folge der Punktgleichheit die Resultate des neu eingeführte Direktvergleichs diesmal den Ausschlag über die Endplatzierung in der Tabelle gaben. Waspo lag hier mit einem Treffer in Front. Damit startet die Finalserie an einem Mittwochabend diesmal in Berlin, während die Hannoveraner am kommenden Wochenende den doppelten Heimauftritt im Stadionbad planen kann. 

Diesem Achtungserfolg und den bisherigen Saisonresultaten messen die Gäste allerdings keine große Bedeutung bei: „Wer am Ende dreimal gewonnen hat, wird verdienter deutscher Meister sein. Ich erwarte harte und emotionale Finals, im Wasser, im Umfeld und in der Presse. Darauf sind wir eingestellt. Wir müssen nicht soviel nach Berlin gucken. Bekommen wir das ins Wasser, was wir können, ist es für keine Mannschaft einfach, uns zu bezwingen“, beschreibt Hannovers Trainer Karsten Seehafer die anstehende Serie. Dessen Vereinspräsident Bernd Seidensticker, Trainer des Meisterteams von 1993 (mit Seehafer als Spieler), äußerte sich wie zur Rollenverteilung vor dem Finalduell gewohnt angriffslustig: „Wir sind nicht die Favoriten“, aber „wir sind pfiffiger, taktisch mutiger und motivierter“.

Spandaus Trainer Petar Kovacevic hält dagegen, dass in diesem Finale nicht der Glaube entscheiden werde, sondern die Fähigkeit, „den Kopf klar auszurichten, die vorhandenen Potenziale punktgenau abzurufen, körperlich und geistig frisch zu sein“. Genau dieses war den Berlinern noch zum Monatsbeginn auf der Pokalendrunde allerdings nicht gelungen, als Hannover in Potsdam unerwartet deutlich mit 12:8 erfolgreich war. Vielleicht hatte hier auf Spandauer Seite der erst eine Woche sichergestellte Einzug in das „Final Eight“ der Champions League für einen Spannungsabfall gesorgt, wie Insider vermuten. Kovacevic hatte seitdem mehr als zwei Wochen Zeit, seine Aktiven aufzurichten, und so viel anders als 2017 ist das Szenario gar nicht einmal – auch da ging Hannover als Pokalgewinner in die Finalserie.

 

Deutsche Wasserball-Liga 2017/2018

Finale Pro A („best of five“)

Ansetzung Spiel 1

Mittwoch, den 23. Mai 2018 (Spiel 1)
19:30 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle – Ohme/Fester/Lüdecke)

 

Die Ansetzungen in der Übersicht

Mittwoch, den 23. Mai 2018 (Spiel 1)
19:30 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle – Ohme/Fester/Lüdecke)

Sonnabend, den 26. Mai 2018 (Spiel 2)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – Arntzen/Tiz/Rohbeck)

Sonntag, den 27. Mai 2018 (Spiel 3)
12:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – U. Spiegel/Landmann/Rohbeck)

Mittwoch, den 30. Mai 2018 (Spiel 4 – bei Bedarf)
19:30 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle – Seidel/Homolka/Lehn)

Sonnabend, den 2. Juni 2018 (Spiel 5 – bei Bedarf)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – Mauss/M. Schmälzger/Lehn)


 
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