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25.04.17 08:38 Alter: 90 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Saisonfinale mit Superstars und Fernsehen

Waspo 98 im Duell mit Champios League-Favorit Pro Recco


Waspo 98 (hier Aleksandar Radovic) lädt noch einmal zu einer Wasserball-Gala ins Stadionbad. Foto: Jens Witte

Vor dem Start der Play-offs in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) lockt der deutsche Pokalsieger Waspo 98 Hannover noch einmal mit einem absoluten Leckerbissen: Am zehnten und letzten Hauptrundenspieltag der Champions League empfangen die Niedersachsen das gradezu intergalaktisch besetzte Starensemble von Italiens Rekordmeister Pro Recco, und auch der nationale Fernsehsender „Sport 1“ wird wieder mit einer längeren Aufzeichnung von der Partie dabei. Das Anschwimmen im Stadionbad steigt wie gewohnt um 19 Uhr.

Selbst unter den Topvereinen Europas gilt Italiens Serien- und Rekordmeister als eine absolute Hausmarke, und das nicht nur aufgrund seiner acht bisherigen Champions League-Siege: „Wir haben drei Olympiateilnehmer, Pro Recco zwölf“, verdeutlicht Waspo98-Präsident Bernd Seidensticker die Relationen. Mit Gabriele Volpi beschert ein italienischer Öl-Multi (und früherer Spieler des Klubs) dem Team aus der unweit Genuas gelegenen Küstenstadt für die Sportart konkurrenzlose finanzielle Möglichkeiten, so dass Recco auch als das „Real Madrid“ des Wasserballs gilt. Trainer Vladimir Vujasinovic verfügt nicht nur über absolute Toppnamen des Weltwasserballs in Serie, sondern kann auch fast jede Position nahezu gleichwertig doppelt besetzten.

In der laufenden Saison ist das Team aus der Nähe von Genua trotz der stark besetzten Hauptrundengruppe B sogar noch ungeschlagen, und selbst bei Kür für Europas „Wasserballer des Jahres“ konnten die Gästen den DSV-Vertreter ausstechen: Hier ging der Titel an Reccos Superstar Filip Filipovic, der mit Serbiens Auswahl Olympiasieger geworden. Hannovers neuer Publikumsliebling Darko Brguljan (Montenegro) wurde bei der Wahl als bester Nicht-Serbe immerhin Vierter. Doch nicht nur die Italiener wollen im Wasserball etwas bewegen: Recco wie auch Waspo 98 sind von 2018 bis 2021 im jährlichen Wechsel die Ausrichter der Endrundenturniere in der Champions League.

Neben dem stark besetzten Spielerkader sind jedoch auch die ständige Testbegegnungen auf hohem Niveau ein Erfolgsrezept des italienischen Rekordmeisters: Vor Wochenfrist gab es in Turin sogar eine offizielle Partie gegen den amtierenden Olympiasieger Serbien. Nach Deutschland ist Recco bereits am vergangenen Wochenende aufgebrochen. Vor dem morgigen Gastspiel in Hannover standen noch in Berlin gemeinsame Trainingseinheiten mit dem deutschen Meister Wasserfreunde Spandau 04 auf dem Programm, wobei ein Testspiel gegen den DSV-Vertreter nach ausgeglichener ersten Halbzeit einen am Ende noch deutlichen 14:4-Erfolg der Gäste brachte.

Für den deutschen Vertreter wird es nach einer bereits jetzt absolut ereignisreichen Saison der 17. (!) und letzte internationale Auftritt dieser Spielzeit sein, und umso mehr freuen sich die heimischen Fans auf den Auftritt von Filipovic und Co am Maschsee. Zuletzt hingen die Niedersachsen aufgrund der fortwährend internationalen Belastung spielerisch etwas durch, so dass jetzt der Turbo in Richtung Meisterschafts-Play-offs angeworfen werden muss. „Wir müssen unsere zwei- bis dreiminütigen Blackouts unbedingt vermeiden, die wir zuletzt hatten, und ganz stabil sein“, gibt Trainer Karsten Seehafer als Ziel für die Partie aus.

In der Tabelle der Gruppe kann der DSV-Vertreter nach drei Unentschieden in neun Begegnungen nicht mehr viel bewegen, doch das Interesse an der Partie war bereits im Vorfeld groß. Ein Highlight zusätzlich zu dem Auftritt der berühmten Gäste: Eine längere Aufzeichnung der Partie gibt es kommenden Sonnabend von 17:30 Uhr an auf „Sport 1“, so dass die Sportart auch beim dritten Heimspiel der Niedersachsen in Folge im bundesweiten Fernsehen präsent sein wird.


 
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