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01.03.17 23:13 Alter: 202 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Hannover knabbert erneut an der Überraschung

Waspo 98 mit knappem 11:12 gegen Ungarns Tabellenführer


Luka Sekulic traf zweimal bei einem weiteren großem Wasserballabend im Stadiobad. Foto: Jens Witte

Am vergangenen Wochenende fand im Stadionbad noch das tradionelle Piranha-Schwimmfest statt, heute abend knabberte beim Wasserball der deutsche Vertreter Waspo 98 Hannover am siebten Spieltag der Champions League an einer weiteren Überraschung: Die Niedersachsen unterlagen in der Gruppe B gegen Ungarns derzeitigen Tabellenführer ZF Eger nur denkbar knapp mit 11:12 (2:4, 4:3, 3:3, 2:2) Toren und verpasste damit an einem weiteren denkwürdigen Abend die vierte (!) Punkteteilung in der diesjährigen Gruppenphase nur hauchdünn. Am Sonnabend (4. März) folgt von 11 Uhr an eine längere Aufzeichnung der Partie im bundesweiten Fernsehen auf SPORT1.

Es war ein weiterer spektakulärer Abend in Niedersachsens größter Schwimm- und Wasserballarena, und beim siebten schweren Spiel binnen viereinhalb Wochen konnten sich die Waspo 98 Hannover für den beiden zuletzt etwas schwächeren Auftritte an gleicher Stelle gegen Jug Dubrovnik und Spandau 04 rehabilitieren. Allerdings kämpfte der DSV-Vertreter erneut mit einem schlechten Start: Zwar traf der junge slowakische Auswahlspieler Marek Tkac mit dem ersten eigenen Angriff aus dem Rückraum zum 1:0, doch danach folgten vier Treffer der Gäste zum 1:4 (6.). Die Niedersachsen leisteten sich in dieser Phase mehrere leichte Ballverlust im Angriff und verpassten gegen die schnellen Balstaffetten der Ungarn eine spektakuläre Abwehraktion, kämpften sich danach aber ins Spiel: Hannover glich noch im zweiten Abschnitt beim 5:5 durch Erik Bukowski (15.) aus und ging 30 Sekunden durch Aleksandar Radovic sogar mit 6:5 in Führung.

Die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer war zurück und agierte gegen Ungarns Tabellenführer auf Augenhöhe, allerdings gelangen den Gästen an diesem  Abend immer wieder in günstigen Momenten die entscheidenden Treffer, wobei die 7:6-Führung durch Balazs Erdelyi sogar mit der Halbzeitsirene fiel. Die Partie blieb spannend, und auch eine 11:9-Führung mit dem ersten Angriff des Schlussviertels brachte noch keine Vorentscheidung: Luka Sekulic und Aleksandar Radovic per Strafwurf sorgten beim 11:11-für den erneuten Gleichstand (28.), allerdings gelang Eger im Gegenzug durch Serbiens Olympiasieger Milos Cuk in Überzahl mit dem 12:11 die abermalige Führung, während ein nachfolgender Überzahlwurf Erik Bukowskis vom Innenpfosten ins Feld zurücksprang.

Danach wollte beiden Teams kein Tor mehr gelingen, wobei die Lokalmatadoren in der Schlussminute allerdings gleich doppelt Pech hatten: 54 Sekunden vor dem Ende gab es bei einer Aktion von Predrag Jokic als zweiter Center anstelle eines Wasserverweises oder Freiwurfs sogar ein Stürmerfoul gegen den Waspo98-Spielerführer.  Das inzwischen bereits durch drei verlorene Spieler gehandicapte Team aus Eger war zu diesem Zeitpunnkt schon länger am Schwimmen und spielte nach dem Verlust von mittlerweile gleich drei Akteuren den letzten eigenen Angriff sehr verhalten. Der Favorit befand sich bereits in der Rückwärtsbewegung, als eine relativ harmlose Szene 22 Sekunden vor dem Ende noch zu einem Wasserverweis gegen Erik Bukowski führte, als die Angriffszeit der Ungarn so gut wie abgelaufen war.

Mit der Unterzahl wie auch der neuen Angriffszeit war die Partie zugunsten der Gäste entschieden, wobei das Fachpublikum nicht mit Kritik sparte. Trainer Karsten Seehafer bewahrte bei den anschließenden Fernsehinterviews auf Englisch wie auch Deutsch gleich zweimal seine Contenance: „Am Ende haben wir nicht die Möglichkeit erhalten, den Ausgleich zu erzielen: nicht einmal, gleich zweimal. Das kann, muss aber nicht sein.“ Die Niedersachsen hatten damit allerdings bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison mit dem letzten Angriff der Partie Pech: Bereits beim 15:15 in Dubrovnik war Waspo98-Center Ante Corusic in einer ähnlichen Szene für seinen Einsatz nicht belohnt worden.

Das mehrfach geäußerte Lob von Gästetrainer Norbert Dabrowski (und anderen Gästen) mochte Seehafer im ersten Augenblick daher nicht so recht schmecken: „Ich mag es einfach nicht, gelobt zu werden. und die Punkte nehmen andere mit“, sagte der Waspo98-Trainer. Für den DSV-Vertreter trafen diesmal Aleksandar Radovic (4/1), Luka Sekulic (2), Marek Tkac, Ante Corusic, Erik Bukowski, Marin Ban und Darko Brguljan. Erfolgreichste Werfer bei den Gästen waren mit je drei Treffern die beiden Olympiasieger Milos Cuk (2016 mit Serbien) und Norbert Hosnyansky (2008 mit Ungarn), wobei die Würfe beider Akteure alleine schon optisch eine Augenweide waren.

Waspo 98 spielte zum fünften Mal bei bisher sieben Auftritten in der Gruppenphase auf Augenhöhe, verharrt mit der dritten Niederlage allerdings weiter auf Rang fünf der Tabelle und hat nunmehr endgültig die Sechserenrunde des Wettbewerbs verpasst: Mit dem derzeitigen Dritten Eger können die Niedersachsen bei der Punktebilanz theoretisch noch gleichziehen, doch würde in diesem Falle der direkte Vergleich dann zu Gunsten der Ungarn entscheiden. Ungeklärt blieb an diesem Abend die Frage, wann letztmalig ein DSV-Vertreter gegen den Tabellenführer der ungarischen Liga nur mit einem Tor verloren oder ein besseres Resultat erzielt hat.

 

Champions League 2016/2017

Gruppe B, 7. Spieltag in Hannover

Waspo 98 Hannover (GER) – ZF Eger (HUN) 11:12 (2:4, 4:3, 3:3, 2:2)

Hannover: Roger Kong – Ante Corusic 1, Erik Bukowski 1, Marin Ban 1, Darko Brguljan 1, Aleksandar Radovic 4/1, Predrag Jokic, Jorn Winkelhorst, Luka Sekulic 2, Pere Estrany, Marek Tkac 1, Vincent Winkler und Luka Sukic. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 11/11

 

 

Resultate 7. Spieltag

Gruppe A
Olympiakos Piräus (GRE) – Wasserfreunde  Spandau 04 (GER) 10:8

AN Brescia (ITA) – OSC Budapest (HUN) 6:6
Olympic Nice Natation (FRA) – Szolnoki VSC (HUN) 5:12

Punktestand: 1. Szolnok 19, 2. Piräus 19, 3. Brescia 11, 4. Budapest 8, 5. Spandau 3, 6. Nizza 0

 

Gruppe B
Jug Dubrovnik (CRO) – Partizan Belgrad (SRB) 21:9
CN Ateletic Barceloneta (ESP) – Pro Recco (ITA) 6:11
Waspo 98 Hannover (GER) – ZF Eger (HUN) 11:12

Punktestand: 1. Recco 21, 2. Dubrovnik 14, 3. Eger 12, 4. Barceloneta 8, 5. Hannover 3, 6. Belgrad 1

 

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Text) und Jens Witte (Foto)


 
© Wassersportfreunde 2012