< Waspo 98 zum dritten Mal Pokalsieger
29.01.17 08:40 Alter: 146 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

ASCD stark, Waspo 98 am Ende meisterlich

Erster Titelgewinn nach 14-jähriger Durststrecke


Waspo 98 erzwang mit fünf Treffer in Serie in dem dramatischen Pokalfinale die Wende. Foto: Jens Witte

Es war das Ende einer Durststrecke und für die Fans der Sportart die Krönung eines interessanten Wasserballwochenendes: In einer dramatischen Partie holte sich Waspo 98 Hannover auf der Endrunde in Düsseldorf durch einen hart erkämpften 10:9 (2:2, 1:3, 3:2, 4:2)-Finalerfolg gegen den ASC Duisburg den deutschen Pokalsieg. Die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer (deutscher Meister 1993 als Spieler) beendete damit nicht nur eine Durststrecke von 14 titellosen Jahren, sondern schrieb sich damit ebenfalls in die überschaubare Liste deutscher Wasserballklubs ein, die in gleich drei verschiedenen Jahrzehnten und mit drei verschiedenen Spielergenerationen einen nationalen Titel geholt haben.

Vor vollen Rängen in der neuen 50-Meter-Schwimmhalle des Rheinbades ging Waspo 98 mit der Favoritenbürde ins Rennen, doch die Partie gestaltete sich anders als tags zuvor das Duell der beiden deutschen Teilnehmer in der Hauptrunde der Champions League: Duisburg zeigte sich auf das Spiel auf allen Ebenen bestens eingestellt und nutzte zweieinhalb Spielviertel gegen die tags zuvor unbezwingbare scheinende Waspo98-Abwehr die sich bietenden Chancen. Nach dem 2:2-Gleichstand zur ersten Viertelpause ließ im zweiten Abschnitt ein Doppelschlag von Jan Obschernikat und Paul Schüler das Team von Neu-Trainer Christan Vollmert mit 4:2 (12.) in Führung gehen, und der ASCD verteidigte in einem tollen Kampf beider Teams diesen knappen Vorsprung verbissen.

In einer intensiven Partie mit 26 Zeistrafen erhöhte der zuletzt angeschlagene Paul Schüler im dritten Abschnitt auch auf 6:4 und dann noch einmal 7:5 (20.), allerdings vergaben die Duisburger nur einen Angriff später dann vielleicht die Schlüsselszene des Spieles: Nach einem Ausschluss gegen Hannovers Torhüter Roger Kong bot sich die beste Chance des Abends, auf drei Tore davonziehen. In Ermangelung eines zweiten Schlussmanns ging bei den Niedersachsen der bereits in internationalen Spielen torwarterfahrene Feldspieler Erik Bukowski nach der Auszeit ging zwischen die Pfosten, doch Paul Schülers Wurf gegen die nach der einminütigen Pause nunmehr vielarmige Waspo98-Abwehr landete nur am Außennetz.

Es war eine Chance, die in dieser Form nicht wiederkommen sollte, zudem verkürzte Darko Brguljan direkt im Gegenzug mit seinem ersten Treffer des Abends auf 6:7 (21.). Duisburgs Abwehr hielt zunächst noch, doch eigene Angriffe kamen jetzt nicht mehr durch. Kurz vor dem Ende der 26. Minute glich Erik Bukowski zum 7:7 aus. Zwei spektakuläre von Darko Brguljan und sowie das zwischenzeitliche 9:7 des angeschlagenen Aleksandar Radovic ließen nun Waspo 98 bis auf 10:7 (31.) davonziehen. Duisburg verkürzten in den letzten 44 Sekunden mit einem Doppelschlag noch einmal auf 9:10, doch mit 1,8 verbliebenen Sekunden auf der Spielzeituhr musste die Seehafer-Sieben den Ball nur einmal in die eigene Hälfte zurückspielen, um 14 titlellose Jahre zu beenden.

„Spandau geschlagen, Duisburg geschlagen, alles innerhalb von 24 Stunden“, freute sich Trainer Karsten Seehafer nach dem obligatorischen Bad für den Gewinner nicht nur über den Titelgewinn, sondern auch den Doppelschlag der besonderen Art. Für die 2014 und 2015 noch jeweils knapp im Endspiel an Spandau gescheiterten Niedersachsen war es der dritte Pokalsieg nach den Erfolgen 1998 in Neustadt an der Weinstraße und 2003 in Esslingen. Die bereits viermal erfolgreichen Duisburger standen erstmals seit dem bis dato letzten Titelgewinn von 2013 wieder im Endspiel und stellten mit Julian Real den besten Spieler der zweitägigen Veranstaltung.

Lob gab es für beide Teams, zumal sich die Partie auch als ein Lebenszeichen für den deutschen Wasserball präsentierte: „Man kann sehen, was man mit deutschen Spielern alles erreichen kann“, freute Duisburgs Trainer Christian Vollmert. Waspo 98 präsentierte sich auf einem schwierigen Wochenende allerdings meisterlich: „Die haben sich von dem Rückstand nicht beeindrucken lassen“, sagte Spielbeobachter Jürgen Hausche (Gelsenkirchen), und die Niedersachsen hoffen nun auch auf die Wachablösung im deutschen Vereinswasserball: „Montag ist wieder Training“, kommentierte Hannovers langjähriger Schwimm- und Konditionstrainer Karl-Heinz Windt dieses süffisant auf seine Art…

> Bilder des Finaltages (Jens Witte) 

 

 

 


 
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