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20.12.16 16:59 Alter: 131 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Serbischer Abend im Stadionbad

Waspo 98 im Champions League-Duell mit Traditionsklub Partizan


Europas beste Wasserballer geben sich im Stadionbad bis Ende April regelrecht die Klinke in die Hand: Nur zehn Tage nach dem Punktgewinn gegen Spaniens Serienmeister CN Atletic Barceloneta hat Waspo 98 Hannover am morgigen Mittwochabend in der Gruppenphase der Champions League erneut Heimrecht und empfängt hier am dritten Spieltag der Gruppe B keinen Geringeren als Serbiens Rekordmeister Partizan Belgrad, der mit Nikola Jaksic einer der frischgebackenen Olympiasieger des Landes mit an den Maschsee bringen wird. Das Anschwimmen im Stadionbad steigt um 19 Uhr.

Der Klub aus dem Lande des Olympiasiegers ist nicht nur siebenmaliger Gewinner der Königsklasse (zuletzt 2011 in Rom), sondern konnte 1964 bereits den allerersten Europapokalwettbewerb zu seinen Gunsten entscheiden. Dass Partizan zum erlesenen Kreis der acht „Wild Card“-Inhaber des Wettbewerbs gehört, überrascht daher wenig. Seit dem bis dato letzten Titelgewinn musste der Traditionsverein zwar immer wieder schmerzhafte Abgänge verzeichnen, allerdings stehen dank der scheinbar ihresgleichen suchenden Nachwuchsschmiede des Klubs immer wieder junge Aktive bereit, die sich mit Europas Besten messen können.

Für Gastgeber Waspo 98 ist es in 25 Jahren Europapokal-Historie und bisher 122 internationalen Auftritten das erste Duell mit dem berühmten Namen von der Save, und die Sieben von Trainer Karsten Seehafer darf sich auf ein junges Gästeteam einstellen: So Olympiasieger Nikola Jaksic grade einmal 19 Jahre jung und hat bereits das Interesse zahlreicher Beobachter auf sich gezogen. Zum aktuellen Partizan-Kader gehört auch der vormalige Waspo98-Akteur Marko Bolovic, der bis zum vergangenen Sommer an der Fösse aktiv gewesen ist und es dort bis zum Nationalspieler gebracht hat, zuletzt aber krankheitsbedingt pausieren musste.

Die Gäste sind mit zwei Niederlagen in die Gruppenphase gestartet, allerdings könnte sich das neuformierte Team mit jeder absolvierten Partie durchaus verbessern: Der 5:12-Auswärtsniederlage in Barcelona folgte zehn Tage später dann bereits ein denkbares knapp 8:9 vor heimischer Kulisse gegen Ungarns spielstarken Vizemeister ZF Eger. Am vergangenen Wochenende konnte Partizan bei der Endrunde in Nis durch einen 8:5-Finalsieg gegen Roter Stern Belgrad den serbischen Pokaltitel gewinnen, wobei das Spiel klarer verlief, als das Resultat vermuten lässt.

Es könnte am Maschsee bei diesem„serbischen Abend“ wieder eine enge Partie geben: Für beide Teams geht es dabei sportlich im Direktvergleich zunächst um das Wahren der sportlichen Chancen, wenn der für die Endrunde notwendige dritte Platz nicht frühzeitig aus den Augen verloren werden soll. Doch in niedersächsischen Gefilden freuen sich viele Fans nach dem spektakulären Auftritt gegen Barcelona, die eine Werbung für die Sportart war, auf eine weitere internationale Partie in Niedersachsens größter Schwimm- und Wasserballarena, wie viele Anwesenden nach dem Schlusspfiff durchblicken ließen.

Das derzeit Renoverierungsarbeiten unterliegende Stadionbad wird zwar erst im Januar wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, doch für Sportveranstaltungen im großen 50-Meter-Becken ist Niedersachsens größte Schwimm- und Wasserballarena inzwischen wieder voll nutzbar. Der Zugang zur Tribüne erfolgt auf Höhe der Bushaltestelle über einen tiefer gelegenen Seiteneingang. Wie von den Waspo98-Heimspielen im Stadionbad gewohnt, wird es zusätzlich zu den Tribünenplätzen auch wieder eine Beckenrand-Lounge geben. Wer nicht kommen kann: Der komplette zweite Spieltag der Champions League wird unter www.dailymotion.com/lentv wieder in einem Livesteam auf der LEN-Homepage laufen.

>> Partizan Belgrad im Kurzporträt

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga)


 
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