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30.11.16 06:17 Alter: 148 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Gewöhnung an das „Haifischbecken“...

Waspo 98 zum Champions League-Start zu Gast


Start im „Haifischbecken“: Mit einer Auswärtspartie beim Rekordgewinner und erneuten Titelaspiranten Pro Recco startet der zweite deutsche Vertreter Waspo 98 Hannover heute Abend im norditalienischen Genua in die Gruppenphase der Champions League und gilt am Auftakttag der Gruppe B bei dem gerne auch als „Real Madrid des Wasserballs“ bezeichneten Starensemble von der Ligurischen Küste als klarer Außenseiter. Die Partie startet in der Albaro-Schwimhalle um 20:30 Uhr und läuft unter www.len.eu bzw. www.dailymotion.com/lentv auch live im Internet.

Das Gastspiel in der norditalienischen Wasserball-Hochburg Ligurien, wo sich die Erst- und Zweitligisten wie an einer Perlenschnur aufreihen, gilt aus Sicht der Niedersachsen schon vor dem ersten Anschwimmen in Genua als größer Erfolg des Vereinsgeschichte: Jenseits des nationalen Rekordmeisters Wasserfreunde Spandau hat noch nie zweiter DSV-Vertreter den Sprung unter den besten zwölf Mannschaften Europas geschafft, doch der heutige Auftaktgegner gilt seit gut einem Jahrzehnt selbst unter den Topvereinen der Sportart als eine absolute Hausmarke: „Wir haben drei Olympiateilnehmer, Pro Recco zwölf. Das sagt wohl alles“, sagt Vereinspräsident Bernd Seidensticker.

Mit Gabriele Volpi beschert italienischer Öl-Multi (und früherer Spieler des Klubs) dem Team aus der norditalienischen Küstenstadt in der Sportart konkurrenzlose finanzielle Möglichkeiten, so dass dieser angesichts der Vielzahl der versammelten Toppakteure auch als das „Real Madrid“ des Wasserballs gilt. Im Champions League-Programmheft der Waspo 98 wurde für Recco in der Rubrik „entscheidende Spieler“ daher auch lakonisch nur „fast alle…“ vermerkt. Unter den zahlreichen Stars ragt Serbiens Olympiasieger Filip Filipovic, bester Spieler des Olympiaturniers und einer von gleich drei Linkshändern im Team, noch einmal heraus. Ein spielerischer Augenschmaus ist mit dem Serben Dusan Mandic der vielleicht nächste Stern der Sportart.

Einziges strukturelles Manko der im Umfeld ansonsten bestens aufgestellten Norditaliener ist eine fehlende Spiel- und Trainingsstätte vor Ort, wobei dieses für zumindest die Ligamannschaft mit entsprechendem Einsatz kompensiert werden kann: Nach einem Skandal der Betreibergesellschaft des zumeist genutzten Bades im Nachbartort Sori zieht Recco für die Champions League-Spiele nun in die Metropole Genua um, wobei mit dem traditionsreichen Piscine di Albaro eine Wasserball-Arena zur Verfügung steht, die ein 35-Meter-Becken mit Tribünen aber auch einigen Möglichkeiten im Umfeld bietet.

Problemfrei ist der im Umfeld ansonsten wie gewohnt generalstabsmäßig geplante Auftritt in Genua bisher nicht verlaufen: Der Lufthansastreik ging auch an Waspo 98 nicht vorbei. Personell wurden die leicht angeschlagenen Montenegro-Stars Predrag Jokic und Aleksandar Radovic zuletzt geschont, allerdings sollen die beiden Olympiateilnehmer beim Duell mit zahlreichen der besten Spieler der Welt heute Abend wieder ins Wasser steigen. Beide werden auch dringend gebraucht: Nach der überzeugenden Qualifikation ist nun Gewöhnung an das  „Haifischbecken“ der Hauptrunde gefordert, wie es Seidensticker ausdrückt – vier der sechs letztjährigen Endrundenteilnehmer spielen in der Gruppe...

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga)


 
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