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10.11.16 14:04 Alter: 1 Jahre
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Verwirrung um Champions League-Gruppen

Waspo 98 auf dem Weg zu neuer Rekordmarke


Erik Bukowski trifft mit Waspo 98 in der Gruppenphase auf vier der sechs Champions League-Sieger seit 2011. Foto: Jens Witte

Für Verwirrung in der deutschen und europäischen Wasserballszene sorgte in der vergangenen Nacht der kontinentale Fachverband LEN: Die etatmäßige Pressemitteilung über die Resultate der dritten Qualifikationsrunde in der Champions League hatte zunächst die beiden DSV-Vertreter Wasserfreunde Spandau 04 und Waspo 98 Hannover bei den am 30. November startenden Hauptrundenspielen entgegen allen bisherigen Verlautbarungen gemeinsam in der Gruppe A vermeldet. Nach diversen Telefonaten und Korrespondenzen folgte in einer weiteren Pressemitteilung eine kommentarlose Korrektur der Gruppeneinteilung und entschärfte damit das vor allem aus deutscher Sicht brisante Szenario.

In den weiteren Duellen der dritten Qualifikationsrunde setzten sich gestern neben Waspo 98 (11:11-Unentschieden beim Rumäniens neunmaligen Meister CSM Oradea) erwartungsgemäß Italiens Vizemeister AN Brescia (gegen Jadran Herceg Novi/Montenegro) sowie erneut die beiden ungarischen Vertreter Egri VK (gegen Primorje Rijeka/Kroatien) und OSC Budapest (gegen BPM Sportmanagement Verona/Italien) durch. Neben den Niedersachsen ist Frankreichs Vizemeister Olympic Nizza Natation (beerbte den türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul als „Wild Card“-Inhaber) das einzige neue Gesicht in der Gruppenphase seit Einführung des neuen Spielmodus im Jahre 2013.

Damit trifft Spandau in der Gruppe A neben den bereits feststehenden Kontrahenten Olympiakos Piräus (Griechenland), Szolnoki VSC (Ungarn) und Olympic Nizza Natation auf OSC Budapest und AN Brescia. Waspo duelliert sich beim erstmaligen Einzug unter die besten zwölf Teams somit in der Gruppe B mit Titelverteidiger Jug Dubrovnik (Kroatien), Pro Recco (Italien), CN Atletic-Barceloneta (Spanien), Partizan Belgrad (Serbien) und Egri VK. Drei Teams aus jeder Gruppe qualifizieren sich für das vom 25. bis 27. Mai 2017 stattfindende „Final Six“ in Budapest. Hier wird allerdings aus der Spandau-Gruppe der ungarische Meister Szolnoki VSC als Endrundengastgeber in jedem Fall dabei sein, was die Aufgabe für die Berliner um einiges erschwert.

Das kurzzeitig fälschlich vermeldete nationale Duell hätte nicht nur sportliche Brisanz bedeutet, sondern dem deutschen Vereinswasserball einen halben Elfmeter für einen Endrundenplatz verschafft: Aus der jeweiligen Sicht der beiden DSV-Vertreter hätte für Rang drei hinter Szolnok und vermutlich Vorjahresfinalist Piräus dann neben dem deutschen Rivalen jeweils noch Außenseiter Nizza und Budapest aus dem Weg geräumt werden, wobei die Ungarn nach dem Eindruck der ersten Qualifikationsrunde sportlich in etwa auf dem Niveau von Waspo agieren – keine leichte Aufgabe, aber in jedem Fall eine interessante Überlegung. Doch Spandau wird sich nach der Richtungstellung nun mit Italiens Vizemeister Brescia duellieren, während Waspo 98 sich gleich vier der sechs jüngsten Champions League-Gewinner duellieren wird.

Unabhängig von den kommenden sportlichen Resultaten wird die Mannschaft aus Hannover eine neue nationale Bestmarke setzen: Mit dem Einzug in die Gruppenphase steigern die Niedersachsen ihre angehende Saisonbilanz auf dann mindestens 17 Europapokalspiele binnen eines Jahres und würden damit die bisherige Rekordzahl der Wasserfreunde Spandau 04 übertreffen: Die Berliner hatten in der Spielzeit 2009/2010 in den damaligen Wettbewerben um die Champions League und den Euro Cup deren 16 Partien bestritten und waren in letzterem sogar bis in das Halbfinale vorgedrungen.

 

Champions League 2016/2017

Gruppeneinteilung Hauptrunde

Gruppe A
Olympiakos Piräus (GRE)
Szolnoki VSC (HUN)
Wasserfreunde Spandau 04 (GER)
Olympic Nizza Natation (FRA)
OSC Budapest (HUN)
AN Brescia (ITA)

Gruppe A
Jug Dubrovnik (CRO)
Pro Recco (ITA)
CN Atletic-Barceloneta (ESP)
Partizan Belgrad (SRB)
Waspo 98 Hannover (GER)
Egeri VK (HUN)

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga)


 
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