< „Kein Wasser“: Waspo 98 auf Bädersuche
19.10.16 21:59 Alter: 305 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Waspo 98 weicht nach Bremen aus

Champions League-Spiel auswärts an der Weser


Marek Tkac muss in Bremen ran. Foto: Jens Witte

Der deutsche Vertreter Waspo 98 Hannover ist auf der Suche nach einer kurzfristigen Ausweichspielstätte für den nächsten Europapokalauftritt fündig geworden: Die von Bäderproblemen geplagten Niedersachsen werden in der dritten Runde der Champions League das bereits am 26. Oktober anstehende Hinspiel gegen Rumäniens Serienmeister CSM Oradea im Bremer Uni-Bad austragen, wobei das Anschwimmen um 21 Uhr steigen wird. Das Rückspiel in Oradea gelangt am 9. November zur Austragung.

Die 50-Meter-Schwimmhalle der Hansestadt ist neben dem Sportbad Heidberg in Braunschweig die nahegelegenste Spielstätte, die internationalen Anforderungen genügt. In der Landeshauptstadt selbst steht das Stadionbad am 26. Oktober aufgrund von Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten definitiv nicht zur Verfügung. Auf einen Tausch des Heimrechts in den beiden Partien wollte Oradea sich nicht einlassen, wie von den Niedersachsen vermeldet wurde. Es ist das erste Mal in der 52-jährigen Europapokal-Historie, dass ein deutscher Verein nicht im eigenen Bad spielen kann. Aufgrund des Badproblems hatte Waspo bereits auf eine Austragung des schwierigen Zweitrundenturniers verzichtet, das nach Herceg Novi (Montenegro) vergeben wurde.

Die Hansestadt hatte sich nach sehr konstruktiven Gesprächen bereits am Dienstag als Austragungsort abgezeichnet, heute hat der DSV-Vertreter von den dortigen Verantwortlichen nun die Bestätigung für den Termin erhalten. „Die Details müssen wir jetzt noch klären“, sagt der langjährige Waspo98-Manager Bernd Eckert, der tags zuvor auf der Suche nach einer Ausweichspielstätte mehrere Stunden am Telefon verbracht hatte. Dabei hat nicht nur der kurzfristige Termin eine Rolle gespielt: Gefordert für eine Europapokalbegegnung ist nicht nur die Spielzeit am Mittwochabend, sondern auch Trainingseinheiten am Dienstagabend und Mittwochmorgen.

Damit ist die Hansestadt Bremen mit dem für überregionale Schwimmsportveranstaltungen bestens geeigneten Uni-Bad nun unverhofft erneut Gastgeber eines internationalen Wasserballevents mit einigen Topstars der Sportart geworden: Die schon seit Jahren vor der Schließung stehende Anlage war bereits im Januar 2015 Austragungsort eines Weltliga-Spieles der deutschen Männer-Nationalmannschaft gegen den zweimaligen Weltmeister Spanien gewesen und hatte dort gute Bedingungen geboten. Auch die heimischen Medien hatten sich damals ungewöhnlich stark interessiert gezeigt.

Obwohl es für Waspo 98 bei der Badsuche zunächst nur um die Bereitstellung einer internationalen Anforderungen genügenden Spielstätte ging, hoffen die Niedersachsen dennoch auf einigen Zuschauerzuspruch bei der wichtigen Partie, die mit über den Einzug in die lediglich zwölf Vereine umfassende Hauptrunde der Champions League entscheidet: In Bremen selbst wie auch den angrenzenden Landkreisen gibt es mehrere wasserballspielende Vereine, und das damalige Weltliga-Spiel bestens besucht gewesen. Waspo 98 wird für den heimischen Anhang von Hannover aus zudem wahrscheinlich einen Fanbus anbieten.

 

 


 
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